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Sexueller Gewalt entgegentreten

Unsere Freikirche spricht ein heißes Thema an – und handelt!

Rein statistisch gesehen sitzt in jeder Schulklasse in Deutschland ein Kind, dass Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist. Allein im Jahr 2007 wurde sexueller Missbrauch in 13.000 Fällen polizeilich angezeigt. Die Dunkelziffer liegt etwa beim 6-10fachen dieser Zahl.

Kindesmissbrauch gab es scheinbar in allen Zeitepochen, selbst in biblischer Zeit (1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10 z. B.). Wir als Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten haben zur Kenntnis genommen, dass auch in unseren Gemeinden Menschen leben, die Opfer geworden sind, und solche, die sich als Täter schuldig gemacht haben.

Durch die Veröffentlichung des Heftes „Sexueller Gewalt begegnen“ im September 2009 (Beilage zu „inform“) und vermutlich auch durch die gegenwärtig starke Medienpräsenz des Themas melden sich mehr und mehr Gemeindeglieder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Oftmals ist es ein anonymes Bekunden, bei manchen verbunden mit Dankbarkeit dafür, dass unsere Kirche zu dieser schweren Problematik und damit auch zu ihrem ganz persönlichen Lebensschicksal endlich ihre Sprache findet. So haben wir als Freikirche einen Prozess angestoßen, der langfristig eine Reihe verschiedener Schritte beinhaltet.

Über Sexualität reden

Ein wesentlicher (präventiver) Schritt ist das Erlernen eines angemessenen und natürlichen Umgangs unserer Freikirche und unserer Gemeinden mit dem Thema der Sexualität. Mal ehrlich: Sprechen wir über Sexualität z. B. in Predigten, Jugendstunden, Pfadfindertreffen, Gemeindestunden? Das, was wir von Zeit zu Zeit in Gesprächsgruppen erleben, wenn das Studienheft zur Bibel einlädt, uns über Ehe und Sexualität auszutauschen, wird von vielen jungen Leuten als nicht hilfreich empfunden. Letztlich bereitet auch das Tabuisieren des Themas maßgeblich den Boden für jede sexuelle Pervertierung und Missbrauch.

Ehrlich sein

Wenn ich als „Nicht-Betroffener“ über sexuellen Missbrauch rede, muss ich eingestehen: Ich habe nicht mal ansatzweise eine Ahnung vom inneren Leid der Menschen, die missbraucht worden sind. Jedes Theoretisieren oder Verdrängen ist für Betroffene ähnlich schmerzhaft wie der Missbrauch selbst. Hier muss auch in unserer Kirche ein Lernprozess einsetzen.

Es geht uns alle an

Das Religionspädagogische Institut der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (RPI) hat in den vergangenen Jahren Sonderseminare zum Thema Kindesmissbrauch angeboten. Diese Wochenenden gehörten für mich zum Schwersten, was ich in über 20 Dienstjahren als Prediger unserer Kirche geplant und mit Fachreferenten durchgeführt habe. Oft, wenn ich in den letzten Monaten in einem Kreis oder einer Versammlung diese Thematik vorgestellt habe, merkte ich, dass Betroffene im Raum sind. Von der Statistik her ist das eigentlich jedem realistisch und ehrlich Denkenden klar. Wenn aber Menschen mit ihrer Geschichte vor mir stehen, die ich kenne … dann spüre ich Ohnmacht und Zorn, Hilflosigkeit und Trauer, den unbändigen Willen etwas zu tun und die Sinnlosigkeit jedes Versuches, zu trösten.

Vielleicht sind es solche Empfindungen, die uns als Abteilungsleitern der Adventjugend angetrieben haben, uns für die Wahrnehmung dieser Problematik einzusetzen. Aber es ist nicht nur das Thema der Jugendabteilungsleiter, weil sie ja mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Es ist das Thema unserer gesamten Freikirche. Da sind ältere und alt gewordene Menschen, die fast ein ganzes Leben lang ihre Verletzungen schweigend getragen haben und selbst 60 Jahre später oder länger in einem Teil ihres Herzens unendliche Schmerzen spüren und sich vergeblich nach Heilung sehnen.

Grundlagen zum weiteren Vorgehen sind beschlossen

Wir Jugendabteilungsleiter sind dankbar, dass das oberste Beschlussgremium unserer Kirche in Deutschland (FiD = Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland) im Dezember 2009 das Thema nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern Beschlüsse gefasst hat, die ein aktives Vorgehen anzeigen (siehe Kasten).

Im ersten Beschluss hat die FiD der überarbeiteten und um den Verhaltenskodex erweiterten Broschüre „Sexueller Gewalt begegnen“ zugestimmt. Dann wurden konkrete Schritte hinsichtlich des Verhaltenskodex beschlossen. Der Kodex zur Prävention Sexueller Gewalt (Text siehe nächste Seite) wird künftig von allen ehren- und hauptamtlichen Gemeindegliedern unserer Kirche unterschrieben werden, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in irgendeiner Weise involviert sind. Anderenfalls ist eine Beglaubigung (bei den Hauptamtlichen) sowie jegliche Mitarbeit im Kinder- und Jugendbereich (bei den ehren- und hauptamtlichen Gemeindegliedern) nicht mehr möglich.

Starke Persönlichkeiten sind gefragt

Darüber hinaus, dass wir neu lernen, mit dem Thema Sexualität angemessenen umzugehen, besteht ein weiterer wesentlicher präventiver Schritt in der Begleitung unserer Kinder und Jugendlichen zu starken Persönlichkeiten. Dies wird im vorletzten Punkt des Verhaltenskodex angesprochen: „Ich fördere bei den mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen ein gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung. Denn: ,Starke Kinder und Jugendliche‘ können ,Nein‘ sagen und sind weniger gefährdet.“ Hier sind wir als Freikirche mehr denn je nach unserer Theologie und der daraus resultierenden Pädagogik gefragt.

Es ist eine große Herausforderung, einerseits den Betroffenen im Bewusstsein der Tragik und der Schwere des einzelnen Schicksals angemessen beizustehen, und andererseits die notwendige Balance im Gesamtkontext aller uns als Kirche betreffenden guten und schweren Themen im Blick zu behalten. Diese Herausforderung werden wir nur dann meistern können, wenn wir vor unseren Herrn und Auftraggeber treten und ihn um Weisheit und Führung bitten.

 

Martin Knoll, Abteilungsleiter der Adventjugend

Verhaltenskodex

Die von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (FiD) beschlossene 16-seitige Broschüre „Sexueller Gewalt begegnen“ incl. Verhaltenskodex liegt in allen Vereinigungs- und Verbandsdienststellen vor. Wer dieses Material nicht ohnehin aufgrund seiner Aufgaben in unserer Kirche bekommen hat, kann es jederzeit bei der Vereinigung bzw. beim Verband anfordern. Während der Generalkonferenz-Vollversammlung 2010 in Atlanta werden ebenfalls entsprechende Richtlinien beschlossen werden, die für alle Länder weltweit in die Gemeindeordnung aufgenommen werden.

Konkrete Entscheidungen

Beschlüsse der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (FiD) vom 7. Dezember 2009 in Mühlenrahmede:

●    Beschlossen, der vorgelegten Broschüre „Sexueller Gewalt begegnen“, die gegenüber der „inform“-Beilage 09/2009 um den Verhaltenskodex für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter/-innen ergänzt vorliegt, zuzustimmen.

●    Beschlossen, dass alle Pastoren im aktiven Dienst sowie alle Angestellten mit Tätigkeiten im Kinder- und Jugendbereich ihrer Dienststelle einmalig ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Bei Dienstantritt gehört das polizeiliche Führungszeugnis (künftig) mit zu den einzureichenden Bewerbungsunterlagen.

●    Beschlossen, entsprechend der Vereinbarung der Jugendabteilungsleiter der Vereinigungen und Verbände (12/2008) ab 2010 allen hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen (Pastoren im aktiven Dienst; Angestellte mit Tätigkeiten im Kinder- und Jugendbereich: z. B. Jugendreferenten, Jugendassistenten, Sozialarbeiter) die Broschüre „Sexueller Gewalt begegnen“ (SGb) mit dem Verhaltenskodex zur Kenntnisnahme und Unterschrift vorzulegen. Ab 2011 wird der unterschriebene Verhaltenskodex von jedem Mitarbeiter jeweils im Beglaubigungsausschuss vorgelegt (alle vier Jahre bei den Vereinigungen, alle fünf Jahre bei den Verbänden). Die Durchführung obliegt der jeweiligen Vereinigung. Sie legt mit dem jeweiligen Vereinigungsausschuss die Form der Umsetzung fest.

●    Beschlossen, allen ehrenamtlichen Mitarbeitern/-innen der Freikirche, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig sind, die Broschüre SGb mit dem Verhaltenskodex zur Kenntnisnahme und Unterschrift erstmalig im Jahr 2010 vorzulegen. Die Mitarbeit ist vom unterschriebenen Verhaltenskodex abhängig. Die Durchführung obliegt der jeweiligen Vereinigung. Sie legt mit dem jeweiligen Vereinigungsausschuss die Form der Umsetzung fest. Diese Vorgehensweise wird im Jahr 2010 in Entsprechung der Beschlüsse der EUD/GK in der Gemeindeordnung verankert.

●     Beschlossen, im Rahmen der nächsten FiD-Sitzung zu berichten, welchen Verlauf die Umsetzung der o. g. Beschlüsse genommen hat.

Fachbeirat ins Leben gerufen

Auch wenn die Medien mittlerweile nur noch punktuell und bei konkreten Zusammenhängen über Kindesmissbrauch berichten und die Dominanz der Thematik des Frühjahres deutlich nachgelassen hat, ist die Thematik ‚Kindesmissbrauch’ unverändert gegenwärtig. Aufgrund der Beschlüsse der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten vom Dezember 2009 wird der Verhaltenskodex (beides in ‚adventisten heute’ 6/2010) in diesem Jahr 2010 von allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern im Kinder- und Jugendbereich unterschrieben. Darüber hinaus haben die Vorstände der beiden Deutschen Verbände im Juni 2010 entschieden, einen Fachbeirat zu berufen.

Vorläufige Aufgabenbeschreibung

Die Aufgabenstellung ist zunächst wie folgt definiert: 1) Beratung der leitenden Dienststellen bezüglich des allgemeinen Umgangs mit der Thematik. 2) Immer Wiederkehrende Fragestellungen von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen im Umgang mit dem Thema ‚Kindesmissbrauch’ aufzugreifen, zu beantworten und in einem Frage- und Antwortkatalog (FAQ) systematisch aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. 3) Hilfestellung und Beratung in konkreten Einzelfällen 4) Beratend mit Empfehlungen den Dienststellen zur Seite stehen. 5) Erstellung einer Handreichung (‚Handlungsfahrplan’) für Pastoren. 6) Empfehlungen im Umgang mit Tätern.

Konstituierende Sitzung

Darüber hinaus wird der Beirat in einer konstituierenden Sitzung am 7. September 2010 in Darmstadt diese Aufgabenbeschreibung konkretisieren und im dann vorerst abschließenden Wortlaut veröffentlichen. „Vorerst“ meint, dass dieses Thema uns permanent herausfordern und die Aufgabenstellung immer wieder zu überprüfen sein wird, um zuallererst angemessen im Blick auf Betroffene zu beraten, zu helfen und ggf. auch juristisch zu handeln. Darüber hinaus ist in enger Zusammenarbeit mit dem APD (Adventistischen Pressedienst) darauf zu achten, dass wir nach innen und außen einen der Thematik angemessenen Umgang mit Informationen umsetzen.

Im Beschluss der Vorstände wurde weiterhin festgehalten, dass die Arbeit des Beirats nach einem Jahr ausgewertet und ggf. modifiziert wird.

Personelle Besetzung

Der Beirat ist besetzt mit einem fachlichen Berater: Martin Wurster (Fachtherapeut) / einem juristischen Berater: Oliver Gall (Rechtsanwalt) / einem Laienglied: Anne Brent-Blum / einem Dienststellenvertreter: Werner Dullinger / dem Koordinator für die Thematik in Deutschland: Martin Knoll.

Missbrauchsfälle sind akut und liegen derzeit auch vor. Diese Thematik wird uns auf Jahre begleiten – so schwer uns das auch fallen mag, so sehr sind wir den Betroffenen Menschen und ihren Familien verpflichtet.

Eine Ermahnung

In den letzten Wochen und Monaten begegneten wir immer wieder auch gutgemeinten Ratschlägen mancher ‚nicht Betroffener’ in unseren Gemeinden. Wir sind sehr dankbar für hilfreiche Kritik und auch konstruktive Hinweise. Darüber hinaus will ich uns erneut und mit Nachdruck ins Gedächtnis rufen (siehe auch ‚adventisten heute’ 6/2010 – S. 24): Wenn wir über sexuellen Missbrauch reden, müssen wir wissen, dass wir nicht einmal ansatzweise eine Ahnung vom inneren Leid der Menschen haben, die missbraucht wurden. Jedes Verdrängen und jegliche Form des Theoretisierens ist nicht nur völlig überflüssig, sondern für Betroffene demütigend und mitunter schmerzhafter als der Missbrauch selbst. Zurückhaltung und Demut sind erste wichtige Ebenen, ohne die wir nicht hilfreich sind. Das ist gleichermaßen erforderlich, wenn wir auf das Leid in anderen Gruppen oder Kirchen schauen. Wir haben als Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ausreichend Grund zur Zurückhaltung. Gott mag uns in alledem führen.

Kontakt

Vermittlung und Beratung zur Hilfestellung durch den Fachbeirat

Email:  Martin Knoll

Telefon: 0172 - 4499788

Broschüre zum Thema

Gegen sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch – Für eine behütete Kindheit

Wenn man in diesen Wochen Nachrichten liest oder hört, dann muss einem das Herz schwer werden angesichts der vielen Meldungen über Kindesmissbrauch bzw. sexueller Gewalt gegen Kinder. Es will mich auch nicht wirklich trösten, dass es diese schlimmste Form, anderen Menschen etwas anzutun, auch schon in biblischer Zeit gegeben hat  (1 Kor 6,9; 1 Tim 1,10 usw.). Und noch schwerer ist mir das Herz, seit ich realisiere, dass auch in unseren Gemeinden Menschen leben, die Opfer geworden sind, und solche, die sich als Täter schuldig gemacht haben. Mein Bild von der heilen Gemeinde hat starke Risse bekommen und das tut sehr weh. Aber noch viel schmerzhafter ist es für die von sexueller Gewalt betroffenen Menschen, die über Jahrzehnte erleben mussten, dass dieses ‚ihr’ Thema nicht angesprochen werden konnte.

Das Religionspädagogische Institut der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (RPI) hat in den vergangenen Jahren Sonderseminare zum Thema Kindesmissbrauch angeboten. Diese Wochenenden gehörten für mich zum Schwersten, was ich in über 20 Dienstjahren als Prediger unserer Kirche geplant und mit Fachreferenten durchgeführt habe. Oft, wenn ich in den letzten Monaten in einem Kreis oder einer Versammlung diese Thematik vorgestellt habe, merkte ich, dass Betroffene im Raum sind. Von der Statistik her ist das eigentlich jedem realistisch und ehrlich Denkenden klar. Wenn aber Menschen mit ihrer Geschichte vor mir stehen, die ich kenne … dann spüre ich Ohnmacht und Zorn, Hilflosigkeit und Trauer, den unbändigen Willen etwas zu tun und die Sinnlosigkeit jedes Versuches, zu trösten.

Vielleicht sind es solche Empfindungen, die uns als Abteilungsleiter der Adventjugend angetrieben haben, uns für die Wahrnehmung dieser Problematik einzusetzen. Aber es ist nicht nur das Thema der Jugendabteilungsleiter, weil sie ja mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Es ist das Thema unserer gesamten Freikirche. Da sind ältere und alt gewordene Menschen, die fast ein ganzes Leben lang ihre Verletzungen schweigend getragen haben und selbst 60 Jahre später oder länger in einem Teil ihres Herzens unendliche Schmerzen spüren und sich vergeblich nach Heilung sehnen.

Nach zweijährigen Bemühungen haben die Jugendabteilungsleiter eine Broschüre unter dem Titel „Sexueller Gewalt begegnen“ (SGb) vorgelegt und wir sind sehr dankbar, dass das oberste Beschlussgremium unserer Kirche in Deutschland (FiD = Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland) im Dezember 2009 diese Broschüre nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern Beschlüsse gefasst hat, die ein aktives Vorgehen anzeigen.

Im ersten Beschluss hat die FiD der überarbeiteten und um den Verhaltenskodex erweiterten Broschüre SGb zugestimmt (sie erschien bereits im September 2009 als Beilage des ‚INFORM’). Dann wurden konkrete Schritte hinsichtlich des Verhaltenskodex beschlossen. Diesen Kodex zur Prävention Sexueller Gewalt müssen künftig alle ehren- und hauptamtlichen Gemeindeglieder unserer Kirche unterschreiben, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in irgendeiner Weise involviert sind.

Von Herzen hoffe ich auf Heilung und Trost für die Menschen, die Opfer geworden sind und ich weiß gleichzeitig aus Gesprächen, dass solche Wunden ein Leben lang da sind, oft genug nicht heilen. Mit der Broschüre wollen wir jedem Betroffenen sagen, dass jegliches Schuldgefühl unzutreffend ist – die Schuld liegt immer beim Täter. Ich hoffe, dass Betroffene erlebtes Leid ansprechen können und Menschen finden, die zuhören (im Anhang der Broschüre SGb gibt es eine Liste von Beratungs- und Hilfsstellen). Ich hoffe sehr, dass wir als Gemeinden uns dem Thema angemessen und respektvoll stellen und nicht ausweichen. Mit der Herausgabe der Broschüre SGb und weiteren Schritten hoffen wir von Herzen, dass der „Schutzraum“ für Täter so stark wie irgend möglich eingeengt wird. Und letztlich muss es wohl meine Hoffnung sein, dass wir Schritte erkennen, wie Tätern geholfen werden kann – letzten Endes sind auch sie ‚Opfer’ - aber zu allererst geht es jetzt um die Betroffenen.

Es ist eine Riesenherausforderung, einerseits Betroffenen unter uns im Bewusstsein der Tragik und der Schwere des einzelnen Schicksals angemessen beizustehen, und andererseits die notwendige Balance im Gesamtkontext aller uns als Adventjugend und Kirche betreffenden guten und schweren Themen im Blick zu behalten. Diese Herausforderung werden wir nur dann bestehen, wenn wir zu unserem Gott gehen niederknien und ihn um Weisheit und Führung bitten.

Im Namen der Jugendabteilungsleiter in Deutschland,

Martin Knoll.

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